Immer dann wenn Einsätze langatmig und knifflig werden ist das Technische Hilfswerk (THW) ein kompetenter Partner von Feuerwehr, Katastrophenschutz und internationalen Organisationen. Mit modernster Technik und speziell ausgebildeten Helferinnen und Helfern kann das THW einem breiten Aufgabenspektrum in der Rettung von Menschenleben und Sachwerten begegnen. Ob Zugunglücke, Hochwasser oder Großbrände – das THW bewies in seiner 60jährigen Geschichte immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Das Besondere ist, dass über 99 % der Mitglieder ehrenamtlich tätig sind. In 668 Ortsverbänden bundesweit sind über 82.000 Frauen und Männer aktiv, darunter mehr als 15.000 Mädchen und Jungen in der THW-Jugend e.V. Rund 800 hauptamtliche Mitarbeiter in den Landesverbänden, den Bundesschulen und der THW-Leitung sorgen für die Verwaltung der Bundesbehörde.
Aufgaben
Das THW-Gesetz (ehemals THW-Helferrechtsgesetz) weist dem THW folgende Aufgaben zu:
1. Technische Hilfe im Zivil- und Katastrophenschutz,
2. technische Hilfe im Ausland im Auftrag der Bundesregierung,
3. technische Hilfe bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die
Gefahrenabwehr zuständigen Stellen.
Das THW im Bevölkerungsschutz
Deutschland verfügt über ein gut funktionierendes Hilfeleistungssystem, das sich sowohl in der örtlichen Gefahrenabwehr als auch in der Bewältigung von Großschadenslagen bewährt hat. Neben Feuerwehren und Hilfsorganisationen ist auch das Technische Hilfswerk mit seinen 668 Ortsverbänden ein Teil dieses Systems. Mit der Neustrukturierung seiner Einsatzkomponenten hat das THW seinen Kurs der konsequenten und kontinuierlichen Anpassung an potenzielle Gefährdungslagen fortgesetzt. Sein modulares System ermöglicht es, unter sich ständig verändernden Gefährdungssituationen und Sicherheitslagen, aufgabenorientiert und wirtschaftlich zu reagieren.
Wenn Sie im Bereich der Gefahrenabwehr oder des Katastrophenschutzes arbeiten und nach einem Schadensereignis auf flexible wie verlässliche Hilfe angewiesen sind, ist das THW der richtige Partner. Es unterhält eine Vielzahl spezialisierter Einheiten, die auch überörtlich beziehungsweise überregional bereitstehen.
Das THW anzufordern, ist denkbar einfach: Wenn es schnell gehen muss, alarmieren Sie den nächstgelegenen THW-Ortsverband über die zuständige Feuerwehr-Leitstelle. Ist es nicht ganz so eilig, rufen Sie uns doch erst einmal an und besprechen mit uns die Einsatzmöglichkeiten. Wir sind telefonisch rund um die Uhr erreichbar - einmal der nächstgelegene THW-Ortsverband mit seinen Führungskräften oder die überörtlich zuständige THW-Geschäftsstelle.
Die Kosten unseres Einsatzes müssen wir - in Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - Ihnen als der zuständigen Behörde in Rechnung stellen. Sie können jedoch diese Kosten an den Nutznießer der Hilfeleistung weitergeben. Erfolgt eine THW-Anforderung im Zusammenhang mit Pflichtaufgaben der Feuerwehr, ist für uns ein Kostenverzicht möglich.
THW und Feuerwehr
Die Feuerwehren sind und bleiben die tragende Kraft in der friedensmäßigen Gefahrenabwehr in Deutschland. Das THW kann in diesem Aufgabenbereich nur ergänzend auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen der Kommunen und Länder herangezogen werden. Dies ist der Fall, wenn personelle oder sachliche Unterstützung oder spezielle Fachkunde und Ausstattung gebraucht werden.
Im Einsatzfall werden die THW-Einheiten grundsätzlich der örtlichen Einsatzleitung unterstellt und erhalten von dieser ihre Einsatzaufträge. In der Regel obliegt die Einsatzleitung der Feuerwehr.
Im Rahmen der Führungsorganisation des Bedarfsträgers kann die Einsatzleitung Einsatzabschnitte oder Untereinsatzabschnitte bilden.
Wenn in diesen überwiegend THW-Kräfte eingesetzt werden, kann das THW beauftragt werden, diese Einsatzabschnitte/Untereinsatzabschnitte zu führen. Dies erfolgt durch eine THW-Führungsstelle.
Amtshilfeersuchen können an jede Ebene des THW (Ortsbeauftragter, Landesbeauftragter/Geschäftsführer, THW-Leitung) gerichtet werden. Das THW leitet intern diese Anforderungen an die jeweils zuständige Ebene weiter.
Die Bundesanstalt THW entscheidet aufgrund der Anforderung im Rahmen ihrer verfügbaren Möglichkeiten über Art und Umfang des THW-Einsatzes.
Das THW im Ausland
Immer dann, wenn das THW im Ausland hilft, hilft die Bundesrepublik. Das THW ist die einzige staatliche Katastrophenschutzorganisation des Bundes und leitet ihren Auftrag zur technischen Hilfeleistung im Ausland aus einem Gesetz ab.
Diesen Auftrag erfüllt das THW, eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministers, ebenso kompetent wie seine Hilfe im Ausland. Seit über 50 Jahren leistet das THW inzwischen humanitäre Hilfe rund um den Globus. Begonnen hat diese lange Tradition mit dem Einsatz des THW im Jahr 1953 zur Bekämpfung eines der verheerendsten Hochwasser in den Niederlanden. Tausende Einsätze sollten folgen. Darunter die Hilfe zur Suche und Rettung von Erdbebenopfern, die Trinkwasserversorgung in Afrika oder Wiederaufbaumaßnahmen im ehemaligen Jugoslawien und jüngst in Afghanistan.
Ihrer besonderen Verantwortung als „humanitäre Botschafter“ Deutschlands sind sich die THW-Angehörigen bei ihrem Engagement im Ausland stets bewusst und schon der Nachwuchs wird bereits in jungen Jahren an diese besondere Rolle herangeführt. Mit der Teilnahme von THW- Jugendgruppen an internationalen Jugendbegegnungen oder dem tunesischen Zivilschutztag leisten schon die Jüngsten einen Beitrag zur Völkerverständigung.
- Die Fachgruppe SEEBA
SEEBA - die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland - wurde auf der Grundlage der bei der Erdbebenkatastrophe in Mexiko 1985 gewonnenen Erfahrungen entwickelt. Sie erfüllt die Qualitätskriterien der International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) der Vereinten Nationen und hatte mittlerweile vielfach Gelegenheit, ihre einsatztaktische Berechtigung und konzeptionelle Schlüssigkeit unter Beweis zu stellen, so zum Beispiel bei den schweren Erdbeben im Iran, der Türkei und Indien.
Die SEEBA ist weltweit einsetzbar. Da sich nach 72 Stunden die Aussichten, Überlebende zu finden, rapide verschlechtert, muss im Ernstfall schnell und präzise gehandelt werden. Nach einem Erdbeben können daher innerhalb von sechs Stunden nach Alarmierung 70 Einsatzkräfte der SEEBA mit ihrer Ausrüstung zum Abflug am Flughafen bereit stehen. Die Alarmierung erfolgt im Regelfall über das Bundesministerium des Innern oder das Auswärtige Amt.
Die Ausrüstung der SEEBA ist in Leichtmetallkisten verpackt und kann so in allen herkömmlichen Verkehrsflugzeugen transportiert werden. Die vollständige Ausrüstung wiegt 26 Tonnen bei einem Volumen von 100 cbm. Sie beinhaltet die notwendige Rettungsausstattung, Ortungsgeräte, die Campausstattung mit Stromerzeuger 40 kVA, eine Feldküche und Verpflegung für zehn Tage. Neun Rettungshunde ergänzen die technische Ausstattung. Je nach verfügbarer Lufttransportkapazität können kleinere Fahrzeuge oder Anhänger ins Schadensgebiet mitgenommen werden.
- Die Fachgruppe SEEWA
Auf der Fachmesse „rescue 2004“ im April 2004 in Stuttgart stellte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium des Innern, Ute Vogt, die neue SEEWA, die Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland, des THW in den Dienst.
SEEWA steht für eine neue operativ-taktische Auslandseinheit, mit der das THW noch schneller auf aktuelle Gefahrenlagen im Bereich der Trinkwasserversorgung reagieren kann. Zu den Aufgaben der SEEWA zählen die Erkundung, die mobile Trinkwasseraufbereitung, die Wasseranalyse, technische Beratung und die Instandsetzung zerstörter Wasserversorgungssysteme. Die jeweils neunköpfigen Einsatzteams sind mit modernster Ausstattung ausgerüstet und ebenso wie die Experten Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland (SEEBA) in der Lage, innerhalb weniger Stunden in ein Katastrophengebiet aufzubrechen.
Hobby, Beruf und Förderer
So vielfältig wie das THW sind auch seine Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der Klassiker einer Mitgliedschaft ist sicherlich das ehrenamtliche Engagement. Rund 80.000 Menschen zwischen 10 und 99 Jahren empfinden das THW als eine der schönsten Nebensachen der Welt. Sie genießen die Gemeinschaft und helfen mit ihren Fähigkeiten die Not der Menschen in Deutschland und in der Welt zu lindern.
Wer diese Arbeit ideell und mit finanziellen Hilfen unterstützen möchte, kann sich den Vereinigungen der Freunde und Förderer des THW, allesamt eingetragene Vereine, anschließen. Sie sind sowohl auf Bundes- und Landesebene als auch vor Ort zu finden. Eine finanzielle Unterstützung ermöglicht es den Einheiten, zusätzliche technische Ausstattung anzuschaffen oder Umbauten an den Unterkünften vorzunehmen.
Ebenso privatrechtlich organisiert ist die Nachwuchsorganisation des THW, die THW-Jugend e.V.. Sie verfügt heute über mehr als 15.000 Mitglieder und fördert den jugendpflegerischen Teil der Ausbildung der Junghelferinnen und Junghelfer.
Doch jenseits dieser ehrenamtlichen Mitwirkung gibt es auch die Möglichkeit, einer hauptberuflichen Mitarbeit. Rund 850 Angestellte, Beamte und Arbeiter sind heute bei der Bundesbehörde THW beschäftigt. Selbstkritisch und innovativ hat sich das THW dabei in den letzten Jahren zu einem modernen Dienstleister gewandelt. Einerseits verlangt er zwar seinen Mitarbeitern als Einsatzorganisation ein hohes Maß an Flexibilität und Geschlossenheit ab. Andererseits bietet er jedoch auch eine Fülle von Vorzügen. Leistungsprämien, flexible Arbeitszeiten, Telearbeit und ein breites Fortbildungsangebot sind nur einige Beispiele.
Der Text wurde in Teilen von der Bundesseite des Technischen Hilfswerks übernommen. Weitere Informationen - vor allem zu Inlandsaktivitäten, Trends und Auslandseinsätzen - erhalten Sie auf www.thw.de